Politische Soziologie sozialer Ungleichheit
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Theorie 2 - Performativität und Alterität als Schlüsselkategorien zur Stabilisierung und Dynamisierung sozialer Ordnung

15181 - Übung

Robert Jende, M.A.

Di. 10-12 Uhr c.t., Konradstr. 6, 308
Beginn: 25.04.2017   Ende: 25.07.2014

 

Am Wochenende vom 16.-18. Juni wird an den Münchner Kammerspielen zusammen mit den Theaterwissenschaften und der Akademie Everding ein Campus zu politischer Kunst stattfinden. Dieses Wochenende sollte von den Studierenden in Anspruch genommen werden, da es den Kern des Seminars bildet. Im Gegenzug fallen dafür einige reguläre Veranstaltungen am Dienstag Vormittag aus.
Außerdem wird am Freitag, 28. Juli, die letzte Veranstaltung als performativer Abend im Rationaltheater stattfinden. Weitere Infos erhalten Sie in der ersten Sitzung des Seminars.
Kommentar

Wie entsteht eigentlich Neues in der Welt? Und auf welche Weise stabilisiert sich das Althergebrachte? Eine zunächst einfache Antwort auf beide Fragen: Indem wir es tun. Geschlechterrollen, politische Versammlungen, theatrale Inszenierungen oder auch eine Verhaftung durch die Polizei werden performativ vollzogen.

In Abgrenzung und in Beziehung zum Anderen konstruiert eine Gesellschaft ihre Identität. Das Fremde, als das Andersartige, stellt soziale Ordnung vor die Herausforderung, sich ihrer eigenen Kontingenz und damit Dekonstruierbarkeit gewahr zu werden. Das Andere reizt, es spiegelt, es hinterfragt, es verwandelt und bleibt dabei immer entzogen. Es ist das Abwesende, das Negative, welches einen Zugriff verweigert und ohne eine bestimmbare Position (Atopos) bleibt.

In den Aufführungen der Kunst und performance arts spielt die Hervorbringung des Anderen durch eine Auflösung der Grenze zwischen Inszenierung und Wirklichkeit eine tragende Rolle. Der Zuschauer wird zum Akteur und zum Ko-Produzenten dessen, was erst in seinem Vollzug erscheint. Das Außerordentliche tritt transformierend in die Normalität ein und verweist auf eine andere Welt.

Literatur

  • Thomas Düllo (2011): Kultur als Transformation. Eine Kulturwissenschaft des Performativen und des Crossover. Bielefeld: transcript
  • Bernhard Waldenfels (2015): Sozialität und Alterität. Modi sozialer Erfahrung. Berlin: Suhrkamp
  • Jörg Sternagel; Dieter Mersch; Lisa Stertz (Hg.) (2015): Kraft der Alterität. Ethische und aisthetische Dimensionen des Performativen. Bielefeld: transcript

Bemerkung

Anwesenheitspflicht in der 1. Veranstaltungsstunde! Sollten Sie aus triftigen Gründen nicht teilnehmen können, so informieren Sie den/die Dozenten/Dozentin rechtzeitig. Unentschuldigtes Fehlen in der 1. Veranstaltungsstunde bedeutet automatisch den Verlust des Kursplatzes.

Voraussetzungen

  • regelmäßige und aktive Teilnahme
  • kontinuierliche Lektüre der Literatur

Referat

  • Leistungsnachweis
  • Hausarbeit
  • 3 ECTS