Politische Soziologie sozialer Ungleichheit
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Perspektiven - Themen - Methoden - Ideen

Soziale Entwicklungen und Strukturen – so lautet die offizielle Denomination dieses Lehrstuhls. Beschäftigen wir uns also mit allem, was die soziale Welt (und damit die Soziologie) bewegt und zusammenhält? Mit allem – und auf diese Weise irgendwie auch mit nichts?

Perspektiven: Analyse sozialer Strukturbildung

Nun: Das mit dem „nichts“ stimmt selbstverständlich nicht, selbst wenn zu den uns interessierenden Gegenständen soziologischer Analyse etwa auch Phänomene wie Nicht-Entscheidungen oder Nicht-Wissen und deren jeweiligen sozialen Voraussetzungen und Konsequenzen gehören. Eher aber beschäftigen wir uns tatsächlich mit „allem“, oder genauer: mit all dem, was man als soziale Strukturbildungen verstehen kann und analysieren sollte (und das ist in Gesellschaft schon so einiges). Schon der Begriff der sozialen Strukturbildungen verweist darauf, dass es dabei nicht nur um die zunächst recht stabil erscheinende Verfasstheit und „Einrichtung“ gesellschaftlicher Felder und Lebensbereiche geht, sondern immer auch um deren strukturellen Wandel, ihre Vielfalt und Variabilität in Zeit und Raum.

Themen in Forschung und Lehre

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lehrstuhls befassen sich aus dieser Perspektive in Forschung und Lehre insbesondere mit Themen aus folgenden Bereichen:

  • der Soziologie sozialer Ungleichheit und des sozialen Wandels,
  • der politischen Soziologie und Wohlfahrtsstaatsforschung,
  • der Arbeitssoziologie und der Soziologie des Alter(n)s,
  • der Wissens- und Wissenschaftssoziologie,
  • der Technik- und Umweltsoziologie,
  • der Kapitalismusanalyse und der kritischen Soziologie. 

Methoden: Qualitativ und komparativ

Dabei interessiert uns nie allein die (gleichwohl selten „graue“, zumeist äußerst bunte) Theoriebildung zu den jeweils in den Blick genommen Gegenständen, sondern stets auch die systematische Erkundung ihrer Empirie.

Die Forschungsmethoden sind zumeist qualitativer und komparativer Art – nicht nur im Sinne des historischen und internationalen Gesellschaftsvergleichs, sondern auch der weltgesellschaftlichen und globalgeschichtlichen Kontextualisierung unserer Studien.

Ideen: Öffentliche Soziologie und Gesellschaftskritik

Schließlich sieht sich der Lehrstuhl, Spezialinteressen und Einzelprojekte übergreifend, der Idee einer „öffentlichen Soziologie“ und der Tradition soziologischer Analyse in gesellschaftskritischer Absicht verpflichtet. Soziale Strukturbildungen auf ihre machtdurchwirkte historische „Gewordenheit“, ihre ungleichheitsstrukturierenden Effekte, ihre widersprüchlichen Dynamiken und ihre denkbaren Alternativen hin zu befragen: das treibt uns als Soziolog/innen an.

Forschungskolloquium Gesellschaftsanalyse und Gesellschaftskritik

Zwischen dem Eifer des Lehr- und Forschungsgefechts versuchen wir uns über die Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Herangehensweise an unseren Gegenstand und unsere Arbeit im Rahmen des Forschungskolloquiums Gesellschaftsanalyse und Gesellschaftskritik zu verständigen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an dieser Selbstverständigung zu beteiligen.